Montag, 15. Oktober 2012

Schöne Scheine - Terry Pratchett

Nachdem ich heute ernsthaft bis um acht auf der Arbeit war (ich hasse Montage!), gibt es "nur" noch schnell eine kleine Buchreview - und zwar von dem letzten Pratchett, den ich gelesen habe. Einen habe ich zwar noch in meinem Regal stehen, aber davor sind wohl noch ein paar andere Bücher dran (ich bin absolut kein Parallel-Leser!).
Bei "Schöne Scheine" dreht sich nach "Ab die Post" mal wieder alles um Feucht von Lipwig, der nach seinen grandiosen Leistungen mit dem Postamt jetzt auch die Bankenwelt in Ankh-Morpork revolutionieren soll - ja, das Stichwort Bankenkrise macht wohl deutlich, dass trotz unterschiedlicher Hintergründe Pratchett einfach ein Genie war! Da ich Feucht ja schon kannte, war mir eigentlich klar, dass die ganze Bankengeschichte ein wahnsinnig amüsanter Act werden müsste - und im Prinzip ist sie das auch. Was logischerweise ein bisschen verloren geht, ist der Überraschungseffekt - dass Feucht es faustdick hinter den Ohren hat, wusste ich nunmal leider schon.

Aber nichtsdestotrotz ist das Buch mit vielen liebenvollen und lustigen Gimmicks gespickt - sei es die Tatsache, dass 51% der Bank einem Hund gehören, der Feucht vererbt wird; die leicht skurrile, aber irgendwie auch wieder sehr nachvollziehbare Wirtschaftssimulation, die im Keller der Bank steht und auch ein Igor ist wieder am Start. Noch dazu gibt es einen leicht neurotischen Hauptkassierer, der zum ersten Mal in seinem Leben einen Fehler begeht, der ihn in eine tiefe Krise stürzt und natürlich ein paar Golems, die die Geschichte ordentlich aufmischen (ich gebe zu - ich kann mich nicht entscheiden, ob ich Golems oder Igors cooler finde...).

Schließlich schafft Feucht es tatsächlich, das Papiergeld in Ankh-Morporl zu etablieren und sicherzustellen, dass die Bürger ihr Geld nicht mehr unter die Matratze legen, sondern zur Bank bringen - und ganz nebenbei darf man sich als Leser über die verzweifelten Versuche eines Kleingeistes amüsieren, der versucht, genauso zu werden wie sein großes Idol, Lord Vetinari... Dafür nimmt er auch absolut alle Mühen in Kauf und schreckt auch vor schmerzlichen Vorgängen nicht zurück - ich hätte mich bepieseln können vor lachen über die eine oder andere Beschreibung! Dem Buch fehlt zwar ein bisschen der Überraschungseffekt, den der Vorgänger hatte, aber ich fand das gar nicht so schlimm, denn dadurch sind einfach andere Dinge in den Vordergrund getreten. Hach je, jetzt packt mich ja doch gleich wieder die Lust, mir "Helle Barden" zu schnappen und zu lesen, wenn ich mit meinem Buch durch bin...

Kommentare:

  1. Jetzt musste ich erstmal googeln, welcher englische Titel sich hinter "Helle Barden" steckt. ;)

    Ich hab letzte Woche "Jingo" verdrückt und momentan ist wieder "Monstrous Regiment" dran. Ich liebe dieses Buch!

    Hast du eigentlich schonmal Douglas Adams gelesen?

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  2. @NaemiIch hab die Bücher (weil meine Familie nicht Englisch liest) halt nur auf Deutsch :/ Deswegen gibts auch deutsche Titel und Namen^^

    42! :) Per Anhalter durch die Galaxis (also alle 5 Bände) habe ich gelesen - und glaube ich verliehen *grübel*...

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