Freitag, 14. September 2012

Furie - Chelsea Cain

Was gibt es Schöneres, als im Urlaub bei regnerischem Wetter mit einem spannenden Buch unter einer leichten Decke auf der Couch zu sitzen? (Jetzt mal vom Plantschen am See bei gutem Wetter abgesehen...) Ich glaube, nicht wirklich viel - und ich war ehrlich überrascht, dass meine Mama sogar gute Bücher mitgenommen hatte - bei so einer Zufallsauswahl kann man ja mie wissen...
"Furie" von Chelsea Cain ist mal wieder ein Buch, das nicht jedermanns Sache ist - das Cover lässt schon vermuten, dass das Buch nicht das Harmloseste ist. Es erinnert mich ein bisschen an "Das Schweigen der Lämmer", nur dass die Rollen vertauscht sind, die Täterin (und sozio- oder psychopathisch angehauchte Irre) eben eine Frau und der Ermittler ein Mann ist. Der hat dafür ein bisschen was von Dr. House - eine etwas verkorkste Einstellung und eine Begeisterung für Pillen...

An beidem ist natürlich Gretchen schuld, weil Sie Archie tagelang gefangengehalten und gefoltert hat - bevor sie ihm das Leben rettete und sich freiwillig stellte. Ein perfides Spiel, das im Laufe der Geschichte (eigentlich geht es nämlich um einen anderen Serientäter, dessenwegen Archie wieder den Dienst aufnimmt) aufgedeckt wird und deutlich macht, was für vielschichtige Charaktere Chelsea Cain da geschaffen hat. Die unterschiedlichen Erzählstränge sind geschickt miteinander verwoben und werden auch schlüssig zusammengeführt - vielleicht nicht mit einem unvorhersehbaren Geniestreich, aber in sich stimmig und spannend. 

Die Story an sich ist aber nicht das Herausragende an dem Buch, sondern wirklich die Charaktere und das psychologische Geschick in deren Darstellung - während man mit Archie gleich Mitleid hat (das durch die anschaulichen Folterszenen definitiv erhöht wird), ist bei Gretchen der Zwiespalt vorherrschend: Faszination oder doch Abscheu für so grausame und abscheuliche Taten mit einer seltsam einfachen und doch komplexen Intention? Sicherlich, das eine oder andere Klischee kommt zum Tragen - aber ich fand das Buch sehr lesenswert! Wobei, wie schon gesagt, zart Besaitete lieber die Finger davon lassen sollten...

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