Freitag, 3. August 2012

Totengrund - Tess Gerritsen

Ich durfte (zugegeben: zu meiner eigenen Überraschung, da es viele Bewerber gab) wieder ein Buch von Bloggdeinbuch lesen und zwar hatte ich mich (unwissend und naiv) für "Totengrund" von Tess Gerritsen aus dem blanvalet-Verlag entschieden... Warum unwissend und naiv? Weil mir einfach der Klapptentext gefiel und ich erst beim Lesen der ersten Seiten die große Erleuchtung hatte: Rizzoli und Isles - die Namen sagte mir doch irgendwas (und ja, sie stehen auch auf dem Klappentext, aber da hat es bei mir noch nicht richtig geblinkt im Hirn)? Ich oute mich - ich habe glaube ich eine Folge der Fernsehserie gesehen und fand sie schlecht; da wusste ich aber nicht, dass die Serie auf den Charakteren von Tess Gerritsen beruht. Diese Erkenntnis war für mich eigentlich auch nebensächlich, denn von einer Folge merkt man sich nicht viel - außer, dass Sasha Alexander mitspielte und das noch dazu als Maura Isles - das passt gar nicht, denn die Schauspielerin ist für mich einfach Kate Todd aus NCIS (und wäre damit die prädestinierte Rizzoli gewesen)!

Ich startete in "Totengrund" also eigentlich ziemlich unbedarft - bisher hatte ich von Tess Gerritsen zwar gehört, aber noch nichts von ihr gelesen. Der vorliegende Roman ist allerdings schon der achte, in dem es um Maura Isles und Jane Rizzoli geht. Merkt man das als Leser? Es fällt zumindest nicht negativ auf - bei der Lektüre kriegt man hier und da den Hinweis, dass die beiden Damen sich schon lange kennen, wertschätzen und eine gemeinsame Vergangenheit haben, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich die anderen Bücher hätte lesen müssen. "Totengrund" kann also auch ganz gut für sich alleine stehen, bietet eine schlüssige Geschichte und kann auch von einem Gerritsen-Neuling (wie mir) problemlos genossen werden.

Was das Buch angeht, startet die Geschichte mit einem kurzen Einschub der einem recht schnell deutlich macht, dass man kein Kinderbuch liest - auch wenn es keine brutale Darstellung ist, die Hinweise und Andeutungen lassen einige Schlüsse zu: Irgendwie spielt in diesem Buch eine Sekte, die es mit der Unschuld und Unantastbarkeit junger Mädchen nicht so ganz genau nimmt, eine wichtige Rolle. Nach dieser kurzen Story, starten wir allerdings 16 Jahre später mit Maura Isles, die auf einem Ärztekongress einen Studienkollegen trifft und sich zu einem spontanem Trip mit diesem, seiner Tochter und seinen Freunden entscheidet. Hätte sie sich dagegen entschlossen, wäre das Buch wohl sehr kurz gewesen, denn aus dem ursprünglich harmlosen Ausflug wird, wenig überraschend, ein wahrer Horrortrip mit wenigen Überlebenden und vielen Leichen und Skandalen.

Nach einem Missgeschick mit dem Wagen, kommt ein unschöner Unfall dazu und die Gruppe landet in einem verlassenen Dorf. Hier dämmert es dem Leser ein bisschen, welche Relevanz die eingangs erwähnte Sekte haben könnte... Aber es kommt natürlich noch schlimmer - Maura Isles landet letztendlich in einer eigentlich ausweglosen Situation, wird mit Korruption, Mauscheleien und einem Entsorgungsskandal konfrontiert - und ganz nebenbei mit ihren eigenen emotionalen Problemen. Zu ihrer Rettung eilt natürlich Jane Rizzoli vorbei und am Schluss wendet sich alles zum Guten - oder zumindest fast.

Während ich zu Beginn die Geschichte spannend und interessant fand, kamen mit zunehmendem Verlauf kleinere Kritikpunkte dazu - Isles, die im Vergleich zu anderen, die eigentlich auch fachliche Kompetenz haben sollte, ein wahres Superbrain ist; diverse Situationen mehr oder minder problemlos meistert, die wohl die wenigsten tatsächlich überstanden hätten - also hier und da ein bisschen überzogene oder aus meiner Sicht wenig realistische Darstellungen. Aber über diese kleinen Problemchen sehe ich durchaus hinweg - die Story war spannend (wenn auch ab einem gewissen Punkt durchaus vorherseh- oder zumindest -ahnbar) und das Lesen hat viel Spaß gemacht. Die Charaktere sind gut dargestellt, haben aber nicht nur Stärken, sondern auch deutliche Schwächen (die ihnen auch bewusst sind) - sind also alles keine Übermenschen.

Als ich mit dem Buch durch war, was erstaunlich schnell ging, weil es sich wirklich gut liest und ich es aufgrund der interessanten Geschichte auch ungerne weggelegt habe, war mir recht schnell klar: Auch wenn mich die Fernsehserie nicht sofort begeistert hat (ich würde ihr aber durchaus noch eine Chance geben), hat mich "Totengrund" gefesselt - und wenn man eine Autorin gefunden hat, die gefällt, sollte man auch weitere Bücher von ihr kaufen! Das werde ich demnächst gewiss tun - und wer sich für Totengrund interessiert, kann sich z.B. hier umsehen.

Kommentare:

  1. Ich lese die Ilses/Rizzoli Krimis seit dem ersten Band! Totengrund hab ich nur "gehört", fand es aber sehr, sehr spannend. Und unterhaltsam. Mehr erwarte ich mir vn Krimis nicht :)

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  2. habs gestern nacht bis 2 zu ende gelesen^^ meine rezi kommt dann auch bald

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  3. @AliceNe, ich erwarte da auch nichts Hochtrabendes - aber hier und da war ich dann doch nicht so ganz happy mit dem Buch. Wobei das definitiv keine riesigen Kritikpunkte sind, sondern eben kleinere Fehler :)

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  4. @SaLaHihi, das kenn ich aber - Hauptsache erstmal das Buch fertig lesen und dann erst schlafen gehen ;) Ich gehe mal auf die Suche nach deiner Rezension *such*

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