Montag, 25. Juni 2012

Sandras Schatten - Martina Sevecke-Pohlen

Im März schrieb mich Martina Sevecke-Pohlen, die Autorin von "Sandras Schatten" an und fragte, ob ich Interesse hätte, einen Krimi zu rezensieren. Nach einem sehr netten Austausch sagte ich zu und erhielt "Sandras Schatten" als pdf. Ja, hier ist schon der größte Haken an der Sache - das Buch gibt es bisher nur digital (dieser fiese Fortschritt mit E-Books und Onlinekram, dabei finde ich Bücher gehören auf Papier, sonst geht ein bisschen die Atmosphäre verloren!). Also habe ich meinen Drucker in Anspruch genommen und mir für das perfekte Badewannenfeeling "Sandras Schatten" handlich zwei Seiten auf ein Blatt ausgedruckt.
Zugegeben - das Cover ist jetzt nicht unbedingt mein Fall, aber im Gegensatz zu einem "richtigen" Buch hat man es bei einem pdf auch nicht ständig vor Augen. Im Vergleich zu meinen ansonsten präferierten Wälzern handelt es sich bei diesem Buch eher um ein "Häppchen" für zwischendurch - nach 190 Seiten ist die Geschichte um Christa Hemmen schon fertig erzählt. Ich kann schonmal sagen: Als ich durch war, fand ich das definitiv schade! Allerdings kam das Ende auch irgendwie ein bisschen plötzlich (inhaltlich - dass mein Ausdruck zu Ende ging, ist mir schon aufgefallen) und ich habe mich ein bisschen überrumpelt gefühlt, als die Geschichte auf einmal vorbei war. Mir war das ein bisschen zu abgehackt, die Auflösung des Geheimnisses ging doch sehr schnell und hat mich etwas im sprichwörtlichen Regen stehen lassen.

Generell hat sich "Sandras Schatten" sehr leicht lesen lassen, auch wenn ich an einigen Stellen das Gefühl hatte, das mir Vorwissen aus dem Vorgänger fehlt - es gibt nämlich einen ersten Band, in dem die  Protagonistin, Christa Hemmen, schon so einiges erlebt, auf das in diesem Band Bezug genommen wird. So fand ich z.B. die Geschichte um die Gemeinschaft der Muh (Ja, die heißen wirklich so - ich musste zumindest am Anfang oft grinsen, weil ich das "mooohmooohmoooh" aus Diablo II im Hinterkopf hatte...) sehr interessant, hätte gerne mehr darüber gelesen und musste mir das eine oder andere entsprechend durch die angedeuteten Rückbezüge selbst zusammenreimen. Aber es ist nicht so, dass man das Buch nicht als Standalone lesen könnte - alle wichtigen Infos für den aktuellen Fall gibt es im Buch.

Was die Charaktere angeht, so muss ich sagen, dass ich mit Christa nicht so ganz warm wurde - ich habe eine Idee von ihrer Persönlichkeit bekommen, konnte mir aber irgendwie kein komplettes Bild machen und entsprechend waren ihre Aktionen für mich nicht immer nachvollziehbar. Auch Sandra blieb mir als ein bisschen seltsam im Gedächtnis - gut, nach der Vorgeschichte kein Wunder, aber insgesamt fehlt mir bei den handelnden Personen der letzte Schliff, der mich so richtig in ihren Bann zieht und in die Geschichte hineinsaugt.

Die Grundidee des Krimis finde ich wirklich gut und vor allem sehr treffend - den Schein zu wahren ist in der heutigen Gesellschaft tatsächlich von sehr großer Bedeutung, aber leider habe ich als Leser nicht das Gefühl, wirklich hinter diese Fassade blicken zu können. Natürlich kann man in einem so knappen Rahmen nicht alle Fragen beantworten und "Sandras Schatten" ist definitiv ein kurzweiliges Werk, das man sich gut zu Gemüte führen kann - ich würde mir hier aber ein bisschen mehr Tiefgang wünschen, den geben sowohl die Geschichte als auch die Intention dahinter nämlich auf jeden Fall her!

Kommentare:

  1. ich bin ja auch jemand der eher auf die umfangreichen Wälzer steht und wenn dann bei einem kurzen Buch das Ende so plötzlich kommt dass es fast übereilt wirkt finde ich das immer sehr schade denn wieso dann einfach nicht nicht noch ein paar Seiten mehr schreiben?

    Sag mal, ne andere Frage hab ich noch......da ich heute auch grad nen Buchpost hochgeladen hatte....sind das bei dir auch die Posts mit den wenigsten Seitenaufrufen und kommentaren?

    Finds fast immer schade weil man sich ja doch auch Mühe gibt....

    Übrigens.....an das "mooohmooohmoooh" aus Diablo II kann ich mich auch noch gut erinnern :)

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  2. Also erstmal finde ich es irgendwie total toll von einer Autorin höchstselbst angesprochen zu werden, das sollte mir auch mal passieren.

    Aber ich habe auch lieber ein Buch in der Hand, da kann man einfach besser "schmökern".

    Auch wenn es nur ein kurzes Lesevergnügen war hört es sich dennoch relativ spannend an :)

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  3. @CessaIch glaube, das ist halt so eine Grundsatzfrage, was die Länge eines Buches angeht ;)

    Und ja, die Rezensionen haben nicht ganz so viele Aufrufe wie der übliche Kram - aber ich hab auch keinen reinen Buchblog, deswegen ist das okay und alles noch im Rahmen :)

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  4. @maedchenIch fand das auch super, dass ich angeschrieben wurde ^^ Die Geschichte ist definitiv interessant, es soll ja auch noch eine Fortsetzung kommen!

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