Montag, 21. Mai 2012

Wer dem Tode geweiht - Elizabeth George

Letztens stand ich bei Weltbild und mir blinkte nur "Elizabeth George" von einem Cover entgegen - "Huch? Hab ich da schon wieder einen neuen Roman verpasst?" schoss es mir durch den Kopf. Schnell das Buch genommen, den Klappentext gelesen und ganz beruhigt wieder zurückgelegt... Nur ein neues Cover, diesen Band habe ich tatsächlich schon zu Hause stehen und auch gelesen!
Ganz davon abgesehen, dass ich die Storys um Lynley einfach gern habe, fand ich gerade diesen Roman zu Beginn ein wenig verstörend... Was soll denn diese Geschichte um drei Jungs, die sich an einem Kleinkind vergehen mit "meiner" erwarteten Story zu tun haben? Noch dazu eine Geschichte, die einem vor Augen führt, wie grausam Kindern teilweise sein können. Im Gutachtenstil erfährt man hier von einem Verbrechen, das sich zumindest in meinem Kopf in sehr bildlichen Darstellungen wiedergefunden hat... Und natürlich kommt einem relativ schnell die Idee, dass irgendeiner der Beteiligten doch auch in der Lynley-Story eine Bedeutung hat (wäre ja sonst auch sehr seltsam!).

Natürlich wird eine Leiche gefunden und es muss ermittelt werden - allerdings geht es eben nicht nur um die Aufklärung des Verbrechens an einer jungen Frau, sondern auch um die Geschehnisse außenrum, um die Ermittler und ihre kleinen Problemchen. Ich muss sagen, dass mich dieses Buch extrem zum Nachdenken gebracht hat - dieser blöde Lynley verhält sich nämlich gar nicht so, wie ich es gerne von ihm gehabt hätte... Ein seltsames Gefühl, wenn man beim Lesen ständig denkt "Nein, du Idiot!!! Wie kannst du nur?" - und auf der anderen Seite eigentlich zugestehen muss, dass dieses Verhalten irgendwie doch zur Figur passt... Hallo Idealvorstellung, da kollidierst du mit der Realität! Zugegeben - die Krimikomponenten steht für mich bei diesen Büchern nicht im Vordergrund, viel interessanter ist für mich, wie es mit den Charakteren weitergeht...

Allerdings ist dieser Fall doch auch wieder eine Besonderheit - nicht, was das Verbrechen angeht, sondern in Bezug auf die ganzen Hintergründe; das Verhalten von Personen, die Einstellung von Gesellschaften, Konsequenzen, mit denen man leben muss - auch hier muss ich wohl zugeben, dass auch das professionelle Interesse einen Teil dazu beiträgt, dass ich die Geschichte interessant fand, auch wenn das Ende mich nicht wirklich überrascht hat. Ich weiß auch nicht, ob ich mich mit den Entwicklungen des Inspectors so anfreunden kann - das werden wohl die nächsten Bände zeigen, aber ich bin schon ganz gespannt, wie es mit Lynley weitergeht und ob er nicht doch wieder in Richtung Ideal tendiert!

Kommentare:

  1. Ich hab mit dem Band aufgehört in dem Helen... you know. Will hier nichts spoilen. Das war irgendwie unnötig... lohnt es sich weiter zu lesen?

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  2. @AliceDas ist ja schon der zweite Band nach Helen - ich fand das auch unnötig, aber inzwischen hab ich die Charaktere liebgewonnen ;) Ich finde, es lohnt sich also unter dem Gesichtspunkt der Weiterentwicklung der Charaktere - nicht unbedingt wegen des Krimianteils.

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