Samstag, 7. April 2012

AvaNinian - Ina Norman

"AvaNinian" ist der erste Teil eines fünfbändigen Abenteuer-Romans von Ina Norman, welchen ich dank Blogg dein Buch lesen durfte. Mit gut 550 Seiten ist das definitiv kein schmales Bändchen, das der Pomaska-Brand Verlag da rausgebracht hat - aber definitiv etwas für mich! Sehr liebevoll in Geschenkpapier verpackt erreichte mich das Buch mit Lesezeichen und zauberte mir gleich ein Lächeln ins Gesicht - einfach eine nette Geste! Dann verschlug es mir aber ein bisschen den Atem - 22€ für ein kartoniertes Buch ist schon ein stattlicher Preis...
Aber um Äußerlichkeiten soll es ja nun nicht gehen - wichtig ist ja, was drin steckt und das ist die Geschichte um AvaNinian, eine Fürstentochter, die den Namen der doppelgesichtigen Göttin trägt, die zwei Gegensätze vereint: Ava, die sanfte Hüterin und Ninian, die wilde Kriegerin. Zu Beginn des Buches trägt die Protagonistin den Namen Ava und mag die Langform wegen der Zweideutigkeit so gar nicht. Sie ist eine wohlerzogene und auch pflichtbewusste junge Thronerbin, die mit ihren 14 Jahren zur Ausbildung in das Haus der Weisen geschickt wird. Wo das Ganze in etwa hingehen wird, kann man sich aufgrund dieser Infos ja schon fast denken...

Neben der Tatsache, dass sie eine Fürstentochter ist und nochdazu diesen vielsagenden Namen trägt, hat sie auch noch "Superkräfte", die ihr von der Erdenmutter verliehen wurden. Der Anfang erinnerte mich ein wenig an X-Men, denn im Haus der Weisen sind noch ein paar andere begabte Kinder, unter anderem Jermyn, dem Ava auf ihrem Weg ins Haus schon begegnet. Wer jetzt auch nur ein bisschen Hirn ins Lesen investiert, weiß schon auf Seite 7, dass die Geschichte mit diesen beiden Kindern etwas zu tun hat. Im Haus der Weisen sollen sie nämlich lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren - Jermyn ist nämlich ein Gedankenfreak, der sowohl in den Gedanken anderer lesen, als auch diese manipulieren kann; nebenbei kommt er aus der Gosse - na, bei wem macht es jetzt nicht *klick*?

Die Story ist also nicht unbedingt die allerneueste - zwei Welten prallen aufeinander und irgendwie fühlen sich die beiden voneinander angezogen. Jermyn ist ein fieser und gemeiner kleiner Kerl, für den man auch im Laufe des Buches nur an einigen Stellen Sympathie empfindet (obwohl er mir schon ein bisschen leidtut mit seiner unsterblichen Liebe zu dem Mädchen) - aber anscheinend hat ers Ava angetan. Recht flott beschließt er, sie Ninian zu nennen - und hier sollte dem Leser das nächste Licht aufgehen... Denn nach ihrer Zeit im Haus geht Ava zwar zu ihren Eltern zurück, stellt dort jedoch fest, dass sie ohne Jermyn nicht leben kann, nennt sich in Ninian um und macht sich auf dem Weg zu ihm, um mit ihm in Dea als Gesetzlose zu leben.

Die Geschichte liest sich an und für sich ganz angenehm - es gibt immer wieder einige Stellen, an denen es etwas hapert und ich mich gefragt habe, warum ich mir das jetzt antun muss; aber insgesamt mochte ich das Buch und den Schreibstil. Was mich jedoch ein bisschen gestört hat oder mir zumindest an einigen Stellen etwas unangenehm aufgefallen ist, sind die beiden Protagonisten: Ava bzw. Ninian, die zwar als eigentlich pflichtbewusst dargestellt wird, jedoch sehr schnell die Zicke heraushängen lässt und sich an vielen Stellen für mich nicht nachvollziehbar verhält und auf der anderen Seite das Ekelpaket Jermyn, der anscheinend außer ein paar Techniken (die er natürlich für seinen Vorteil nutzt) im Haus gar nichts gelernt hat und auch im weiteren Verlauf des Buches noch ein unangenehmer Zeitgenosse ist,

Ich bin mir einfach nicht so ganz schlüssig, ich hätte mir mehr erwartet von dem Buch - allerdings bin ich auch nicht völlig enttäuscht. Es gibt viele Dinge, die ich sehr gut fand - grandiose Beschreibungen der Gegenden, sodass es wirklich einfach ist, sich vorzustellen, wo sich die Handelnden gerade befinden; ein schöner Schreibstil, der das Lesen an sich sehr angenehm macht und auch eine gute Strukturierung des Buches. Aber oft habe ich mich gefragt, worauf das Ganze hinausläuft und was das denn nun soll... Es gibt so viele tolle Ansätze in der Geschichte, die dann für mich aber unbefriedigend ausgingen. Deswegen bin ich mir auch nicht so sicher, ob ich auf den zweiten Band gespannt sein soll oder nicht.

Ich würde mir auf jeden Fall eine Entwicklung der Charaktere wünschen - denn schließlich sind es die beiden, die den Kern der Geschichte ausmachen und wenn man mit denen nicht grün wird, macht es auch keinen Sinn, ihre Erlebnisse weiterzuverfolgen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen