Montag, 3. Oktober 2011

Frau Glückskatze

Da ich tatsächlich am Samstag so irre war, den halben wunderschönen, sonnigen Tag im Auto zu verbringen, um bei sich ständig wiederholendem Radioprogramm quer durch die Republik zu düsen, melde ich mich momentan aus dem wunderschönen Süden Deutschlands: Ich bin für eine Woche zu meinen Eltern gefahren, habe Urlaub und möchte mich so gar nicht mit Arbeit oder sonstigem Stress auseinandersetzen *yay*!

Und so bin ich also mal wieder in den Genuss gekommen, mich mit der lustigen Katze meiner Familie auseinanderzusetzen. Meine Eltern haben nämlich seit etwas anderthalb Jahren eine dreifarbige Katze - zunächst ein wenig inoffiziell, seit Anfang diesen Jahres ganz offiziell... Wieso inoffiziell? Nunja, wir haben in einem Neubaugebiet ein Haus gebaut und etwa im April letzten Jahres sahen meine Eltern immer wieder eine "neue" Katze in unserem Garten rumlaufen. Sie war sehr scheu und hat sich nicht anfassen lassen, hatte kein Halsband und Schiss vor jedem Windstoß. Ins Haus wollte sie am Anfang gar nicht, hat totale Panik bekommen, wenn sie bemerkt hat, dass die Terassentür zu ist und war allgemein ein bisschen seltsam. Aber sie hat sich an meine Eltern (und natürlich das Fressen, das meine Familie ihr gegeben hat) gewöhnt - und meine Eltern waren der Ansicht, es müsste sich um eine verwilderte oder ausgesetzte Katze handeln.

Als dann der Herbst und der Winter kam, wurde das Tier ein bisschen zutraulicher und übernachtete sogar bei uns im Haus (is ja klar, da wars wärmer als draußen) und im Dezember beschlossen wir dann, mit Frau Katze zum Tierarzt zu fahren, um sie gegebenenfalls impfen und kastrieren zu lassen. Der Arzt klärte uns auf, dass die Gute schon kastriert sei und mindestens 3 Jahre alt - dabei hatte sie wie ein Jungtier ausgesehen, schmal und schlank... Ein paar Tage nach unserem Impfbesuch stand dann die Besitzerin der Katze vor der Tür meiner Eltern, die sich gewundert hatte, dass die Katze bei dem Schnee schon seit ein paar Tagen (!) nicht mehr nach Hause gekommen war. Dass sie schon die Monate zuvor Nachts nicht bei ihr war, ist wohl nicht aufgefallen... Jedenfalls erzählte die Dame dann irgendwas von wegen Handaufzucht (ja klar... im Traum vielleicht!) und einem neuen Kater, der die Katze beim Umzug wohl vertrieben habe, blabla... Dann überreichte sie meinen Eltern dem Impfass der Mieze und sagte, sie können das Tier gerne behalten.
Allein diese Herkunftsstory ist schon ein bisschen seltsam und ich könnte mich darüber auslassen, aber egal. Frau Katze (die einfach nicht auf irgendeinen Namen hört und deswegen keinen richtigen hat) wohnt also seitdem bei meinen Eltern, lässt sich da füttern und ab und zu auch mal streicheln. Ich bin definitiv der Ansicht, dass das arme Tier verhaltensgestört ist, aber immerhin ist sie nett: Sie kratzt nicht, sie beißt nicht und ist überhaupt nicht aggressiv. Grundsätzlich eher schüchtern, lässt sich ungern auf den Arm nehmen und kommt auch nicht zum Schmusen vorbei - aber zum Schlafen!

Nachts hat sie nämlich gerne Gesellschaft, hüpft dann auf das Bett oder die Couch, auf der man zu nächtigen gedenkt, sucht sich einen Platz nahe am Menschen (vorzugsweise auf den Beinen, auf der Brust oder neben dem Kopf) und fängt dann mit ihrem Einschlafritual an: Erstmal wird fröhlich vor sich hingetretelt, damit man sich ein möglichst bequemes Nest schaffen kann... Dann muss Frau Katze sich natürlich ordentlich abschlecken, damit sie zum Schlafen auch schön sauber ist. Und letztlich muss man den Schnurrmotor einschalten, damit man laut brummend alle anderen Anwesenden vom Schlafen abhalten kann.
Auch wenn ich ja nicht sonderlich oft bei meinen Eltern bin, fand mich das Tierchen von Anfang an akzeptabel (irgendwie habe ich ein Händchen für Hunde und Katzen) und schläft auch regelmäßig bei mir, wenn ich daheim bin. Ich schlafe dann die halbe Nacht ein bisschen weniger, weil ich mich ja nicht übermäßig bewegen will, wenn das Tierchen irgendwo auf mir drauf liegt... Aber für gewöhnlich zieht sie irgendwann in der Nacht ab, um meine Eltern zu wecken, damit die sie unten rauslassen (netterweise kommt die Katze nicht auf die Idee, mich zu wecken!). Die Katze ist wirklich ein Unikat und stellt ab und zu einfach grandiose Sachen an...

Sie hat sich inzwischen schon zwei Mal in den Garagen der Nachbarn einsperren lassen (natürlich übers Wochenende), sich auf ein Rosenklettergerüst begeben - und dann Schiss gehabt, wieder runterzukommen und lustigerweise frisst sie absolut nichts außer Katzenfutter. Rohes Fleisch ist bähbäh - frei nach dem Motto "was der Bauer net kennt, frisst er net" wird wirklich gar nichts konsumiert... Niedlich ist sie allerdings bis zum Umfallen - allerdings auch kamerascheu. Und jedes Mal, wenn ich wieder daheim bin, denke ich mir, dass ich mir endlich ein Haustier zulegen sollte!

Kommentare:

  1. hach, nette story =) so kann man auch zu seinen haustieren kommen xD
    katzen sind schon goldig - besonders nachts. der besagte schnurrmotor ist ganz furchtbar, wenn dir die katze dabei auf der brust liegt und dich ganz fürchterlich zufrieden anstarrt v__v
    uuuuund, was für ein haustier nimmst du? ^^

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  2. haha niedliche Story :)

    Wie sagt man so schön? "Hast du eine Katze, hast du eine Herrscherin. Hast du einen Hund, hast du einen treuen Freund" oder so in der Art.

    Ich mag Katzen gerne, aber wenn es um die Treue geht, würde ich mir lieber einen Hund anschaffen! Katzen sind Diven :D

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  3. @Muh: Eigentlich hätt ich am liebsten nen Hund - oder Hund und Katze ;) Ich find beide Tiere nämlich toll!

    @Alenija: Ach, es gibt auch treue Katzen ;) Unsere z.B. trottet einem teilweise auch hundemäßig hinterher und lässt dich dann nicht aus dem Auge...

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  4. die Katze ist niedlich.
    Und die Vorbesitzerin scheint mir total dubios zu sein. Um mich rum haben alle Katzen... meine beste Freundin, eine bekannte, die Eltern eines Freundes, meine Tante hat 2 Miezen... nur wir haben einen Hund... und ich habe Angst vor Katzen. Ich weiß nicht warum aber zu 80% werde ich grundlos von Katzen gebissen oder gekratzt

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  5. Jo Kiki, was die Vorbesitzerin angeht, bin ich auch sehr skeptisch... Hab letztens auch meine Eltern gefragt, ob die sich nochmal hat blicken lassen, aber Pustekuchen. Finde ich seltsam, wenn man ein Tier mit der Hand aufgezogen hat und noch dazu in der Nähe wohnt...

    Unsere kratzt und beißt eigentlich so gut wie nie - die rennt immer weg, wenn was ist... Außer halt den "Liebesbissen" und Kratzern beim Streicheln, wenn sie dann doch mal gekrault werden will ;)

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