Donnerstag, 4. August 2011

Cake Pops - oder so ähnlich...

Bevor ich mich für eine halbe Ewigkeit auf die Autobahn wage, noch schnell mein Rezept für diese Woche: Cake Pops! Zumindest war das der Plan... Auf vielen Kochblogs bin ich inzwischen auf diese niedlichen, kleinen Kuchenbällchen gestoßen und habe irgendwann beschlossen, dass ich das auch ausprobieren will. Als ich bei dm dann auch noch Bambusspießchen gefunden hatte, stand die Ampel also eigentlich auf Grün!

Ein Rezept hatte ich natürlich schon gefunden (eins? Mehrere, aber man muss sich ja für eines entscheiden...) und zwar bei cookmania. Netterweise gabs dazu auch gleich eine Anleitung - also dachte ich, dass das DER Garant schlechthin für ein sicheres Gelingen wäre... Aber nein, ich sollte mich noch irren! Aber erstmal das Wichtigste:

Zutaten:

65 g Margarine (50 g + 1 EL extra)
50 g Zucker
100 g Frischkäse
100 g Mehl
1 TL Backpulver
2 TL Kakao
ca. 4 EL Milch (bei mir wurdens mehr, ca. 6-7)
4 EL Puderzucker
1 Prise Salz
1 Ei
100 g Kuvertüre (beim nächsten Mal verwende ich kakaohaltige Fettglasur)

Zuerst backt man eigentlich einen ganz normalen Kuchen. Dazu 50 g Margarine mit Zucker, Salz, Ei und Backpulver zu einem Teig verrühren. Dann den Kakao dazugeben und abwechselnd Mehl und Milch in den Teig einrühren. Ich habe deutlich mehr als die 4 angegebenen Esslöffel gebraucht, bis ich eine Konsistenz erreicht hatte, die ich angenehm fand. Und so sah dann mein Kuchenteig in der LaBomba-Form von Lurch aus:
Bei 175 Grad wird der Teig dann in etwa 15 bis 20 Minuten zu einem Kuchen gebacken. Je nach verwendeter Form variiert hier die Zeit ein bisschen, also am besten auf die altbewährte Stäbchenprobe zurückgreifen. Ich habe nach 20 Minuten ein sauberes Stäbchen aus meinem Kuchen gezogen:

Eigentlich hätte er auch so schön ganz nett ausgesehen (mit der doppelten oder dreifachen Menge, etwas mehr Kakao und noch ein paar Schokotropfen gibt das bestimmt auch einen leckeren Schoko-Rührkuchen - Memo an mich: Ausprobieren!), aber sein Leben währte nicht lang! Den Kuchen lässt man auskühlen und zerbröselt ihn dann möglichst gleichmäßig und klein. Ich habe mich dazu einer Gabel bedient, das ging in meiner Standardschüssel ziemlich gut:

Zu den Kuchenkrümeln kommen jetzt noch 100 g Frischkäse, die 4 EL Puderzucker und der eine übriggebliebene EL Margarine, dadurch ergibt sich wieder ein geschmeidiger Teig. Weil das eben alles miteinander verpantscht wird, empfiehlt es sich, beim Zerbröseln sorgfältig vorzugehen und möglichst kleine Krümelchen zu produzieren. Übrigens schmeckt der Teig nach der Frischkäsezugabe ziemlich lecker...

Den Teig stellt man dann für eine bis zwei Stunden in den Kühlschrank und verarbeitet ihn erst dann weiter. Nachdem alles schön abgekühlt ist, macht man aus diesem Teigklumpen dann kleine Bömmelchen - im Rezept steht etwa walnussgroß. Nach dieser ersten Erfahrung würde ich sie beim nächsten mal aber vielleicht doch etwas kleiner machen. Aus dieser Teigmenge habe ich 31 Kügelchen formen können:

Diese Kügelchen werden dann auf Stäbchen aufgespießt. Ich habe trotz Vorhandensein dann doch nicht die Bambusspießchen genutzt, sondern Schaschlikspieße in der Mitte durchgebrochen (Lollistäbchen wären auch ne gute Alternative, aber die hab ich hier nirgendwo gefunden). Ich dachte mir, dass die für den ersten Versuch sicher reichen würden und wollte mir auch die Bambusdinger nicht fürs Testen verbraten - das Ergebnis ging eh nur mit auf die Arbeit und da würde sich bestimmt keiner für die tollen Spießchen begeistern, sondern nur das Resultat wegfressen. Nach dem ersten Versuch, einfach nur das Stäbchen in den Bömmel zu stecken, kam mir flugs oben die Spitze entgegen - also dachte ich, ich bin schlau und wähle die Variante, in der man den Spieß erst in die Kuvertüre steckt und dann in das Bällchen.

Also weiße Kuvertüre geschmolzen (sogar bei diesen dämlichen 45 Grad im Wasserbad), Stäbchen in Schokolade getaucht und dann in die Bömmel gesteckt:

Und diese Bömmelchen mit Stab sind jetzt das Ausgangsmaterial für die Cake Pops. Je nach Belieben kann man die nun glasieren, mit Schokoüberzug oder Frosting oder anderen wilden Sachen dekorieren (da gibts ganz viele supersüße Blogs, die sich darauf spezialisiert haben und wirklich zauberhafte Ergebnisse produzieren können!). Ich hatte mich für die vermeintlich einfache Variante entschieden - profaner Schokoüberzug mit bunten Streuseln drauf, fertig!

Denkste. Diese blöde Kuvertüre wurde einfach nicht flüssig genug und ich stand dann über meinem Herd, tauchte jedes Bällchenen (von denen übrigens die Hälfte trotz Schokopropfen von den Stäbchen rutschen wollte) in die Schokolade und pustete dann obendrauf, damit der Schokoüberzug überall zu finden war und nicht nur zentimeterdick an einer Stelle... Das ist bei 30 so doofen Bällchen eine Heidenarbeit, sag ich euch! Meine Lunge fand das dann irgendwann nicht mehr so ganz witzig, aber ich habe trotzdem unglaublich liebevoll jedes Bällchen mit Schokolade bepustet.

Wenn es denn mal gelungen ist, sieht das auch ganz schön aus. Zum "Trocknen" habe ich die Spießchen alle in eine Styroporunterlage gesteckt - ich glaube, von einer alten Stereoanlage oder so... Man braucht auf jeden Fall irgendwas, wo man diese Spießchen reinstecken kann, damit die Schoki etwas aushärtet. Dekosand oder ähnliches hatte ich nicht und so einen Blumen-Steck-Stein auch nicht, also musste das arme Styropor herhalten. Wie man rechts sehen kann, sind auch hier einige suizidale Bällchen zu finden, die sich dann noch aufgespießt haben. Geschmacklich tut das natürlich keinen Abbruch und man kann auch so an dem Bällchen knabbern, aber geärgert hat mich das schon ordentlich.
Insgesamt sind die Dinger sehr gut angekommen - gerade bei meinen Kollegen und Kolleginnen auf der Arbeit. Das Nette ist einfach, dass man sie mit einem Haps in den Mund steckt und sich die Hände nicht schmutzig machen muss. Und durch den Frischkäse sind die Kügelchen auch sehr saftig und überhaupt nicht trocken! Je nachdem, was man für einen Grundkuchen backt (ich habe auch gehört, dass aus Fertigkuchen durchaus gute Ergebnisse zu erzielen sind) und was man so obendrauf packt, sind Cake Pops sehr wandelbar.

Ich werde auf jeden Fall das nächste Mal auf kakaohaltige Fettglasur zurückgreifen, weil die ja flüssiger wird als Kuvertüre... Ansonsten weiß ich noch nicht, ob die Bambusspießchen eine gute Idee sind oder ich mich doch noch eher nach Lollistäbchen umsehen sollte - die gibts aber nur online zu bestellen und bei diesen Backzutatenshops müsste ich dann schon ordentlich was hinlegen, damit sich das mit Versand und so weiter lohnt. Also uneingeschränkt kann ich das hier noch nicht empfehlen - aber ich übe noch und ich finde die Idee einfach klasse!

Kommentare:

  1. *alle wegschnapp* das Rezept hab ich auch schon mal bei Luziehtan gesehen und ich frag mich grad, warum ich das immer noch nicht ausprobiert hab :D

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  2. Ich vermute mal, dass es an dem nicht zu verachtenden Aufwand liegt ;)

    Die Kühlzeit des Kuchens nimmt schon ein wenig Elan, so "mal eben" Cake Pops machen ist da nicht... Und dann ists noch ein bisschen Fitzelarbeit beim Schönmachen - aber ich bin ja für Erfahrungsberichte dankbar :P
    Sie schmecken auf jeden Fall lecker und sind die Mühe auch wert!

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  3. wuha, das ist ja mal toll - von solchen dingern habe ich noch nie was gehört :D
    sobald ich umgezogen bin und endlich ein ordentliche küche besitze werde ich das auf jedenfall mal ausprobieren! die teile sehen supi aus :D

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  4. Muh, ich bin dafür! Teste mal :P Und berichte bitte^^

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  5. Muh, ich bin dafür! Teste mal :P Und berichte bitte^^

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  6. OMFG - du kriegst von mir nun den Award, selbst erfunden, für den besten scheiß-Cake-Pop-Back-Tipp überhaupt! Nach Glasierung sind die bei mir nämlich immer elendiglich verendet, weil die Schokolade an der Unterlage festpappte... die Geschichte ind Styropor stecken ist der blanke Wahnsinn. :D Super Idee *g* Hab ich sonst noch nirgendwo gesehen!

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  7. Liebe Alice, freut mich, dass ich helfen konnte :P Wobei es wahrscheinlich schon langen würde, die Stäbchen in ein Glas zu stellen (auf DIESE grandiose Idee bin ich Idiot natürlich nicht gekommen)... Aber ich bin immer wieder beruhigt, dass noch andere Probleme mit diesen kleinen Biestern haben :)

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