Samstag, 4. Juni 2011

Grömitz und der Ostseestrand

Der eigentliche Plan, nach Timmendorf mal der Nordsee einen Besuch abzustatten, zerschlug sich irgendwie aufgrund mangelnder Begeisterung und doch einer deutlich längeren Fahrzeit. Also ging es Anfang Mai wieder an die Ostsee - wobei diesmal Grömitz das angepeilte Ziel war. Da ich mich da sowieso nicht auskenne, war es mir ziemlich egal - Hauptsache nicht "schon wieder" nach Timmendorf.

Wir parkten also auf einem kleinen Parkplatz in Bliesdorf, der (wahrscheinlich weil noch außerhalb der Saison) kostenfrei war und machten uns auf an den Strand. Nach knapp 500 m gelangten wir an einen Abschnitt, der anscheinend den Kitesurfern vorbehalten war und staunten nicht schlecht: Sprünge um die 6m sehen einfach beeindruckend aus! Nach etwas Gegaffe stapften wir dann los, am Sandstrand entlang Richtung Grömitz. Was wir zu dieser Zeit nicht wussten war, dass man augenscheinlich eine "Strandgebühr" für die Anwesenheit im Strandgebiet zahlen muss. Das fiel uns, bzw. mir erst auf dem Rückweg auf, als wir an irgendwelchen Automaten vorbeikamen, an denen man eine "Ostseecard" erwerben konnte. Mit ein wenig Gegoogle, als wir wieder daheim waren, ging mir dann auf, dass da tatsächlich jeder, der sich am Strand befindet, zumindest eine Tagesgebühr entrichten muss. Für Badegäste sehe ich das ja irgendwie ein, aber fürs bloße Begehen des Sandes?
Der Wettergott war uns dieses Mal hold und die Sonne strahlte nur so vom Himmel - da macht das Strandwandern auch so richtig Spaß! Der Weg führte nicht nur unten am Strand entlang, man konnte die Aussicht von der teilweise ein wenig gefährlich anmutenden Steilküste genießen. Allerdings sollte man sich nicht zu nahe an den Rand wagen... Diese zwei Baumstämme da links im Bild waren zumindest für ein Rentnerpärchen noch sicher genug, um sich drauf auszuruhen - die Frage ist nur, wie lange die da noch stehen... Teilweise sieht der Küstenrand da nicht sonderlich stabil aus und die Warnschilder, die dort teilweise stehen, bestätigen diese Vermutung auch. Wir kamen auch an ein paar wunderschönen, blühenden Hecken und Löwenzahnwiesen vorbei - eigentlich der perfekte Picknickplatz, wenn man denn eine Picknickdecke und Proviant dabei gehabt hätte (aber soweit hatten wir natürlich nicht gedacht...).
Wir wanderten also weiter den Trampelpfad über dem Ostseestrand entlang und erreichten tatsächlich irgendwann Grömitz und den Yachthafen. Den Schiff- bzw. Bootsbegeisterten unter uns (also nicht mir) ging dabei das Herz auf und natürlich mussten wir dann gleich da runter, um die Yachten, Boote oder was auch immer da nun sonst noch drinliegt, aus der Nähe zu betrachten. Ich finde zwar Boote nicht unspannend, aber in purer Begeisterung aufgehen kann ich bei dem Anblick einfach nicht. Also gings dann auch recht zügig weiter, noch ein Stückchen am Strand entlang.
Die meisten Strandkörbe waren schon rausgestellt, allerdings war da noch nicht so der Andrang zu sehen. Ein paar vereinzelte Touristen hatten es sich mit einem Buch oder einem Picknickkorb in den Strandkörben gemütlich gemacht und wir dachten da auch kurz drüber nach - allerdings ist das ohne etwas Essbares dann kein dauerhaftes Vergnügen. Und ein halbes Stündchen aufs Meer gucken geht durchaus auch ohne Strandkorb. Also ging der Weg noch ein Stückchen weiter, bis dann tatsächlich der Hunger so langsam aufkam und wir uns auf der Strandpromenade ein Fischbrötchen gönnten und uns dann auf die Suche nach einem netten Café machten. Als wir eines entdeckten, das auch noch mit Strandkörben als Sitzgelegenheiten ausgestattet war, war schnell klar, dass wir uns genau dort was Süßes holen wollten.
Karten gab es keine und die Auswahl an Kuchen war eher ... naja, sagen wir, überschaubar: Apfel- oder Pflaumenkuchen (immerhin fällt dann die Entscheidung halbwegs leicht). Mehr gabs einfach nicht, die Variationsmöglichkeiten waren nur mit oder ohne Sahne. Also her mit dem Pflaumenkuchen, immerhin nett angerichtet und nicht gerade ein kleines Stück. Geschmacklich auch wenig dran auszusetzen, wobei wir lieber nicht wissen wollten, wie viele Kalorien wir gerade zu uns genommen hatten, denn außer Eiern und Butter kann nicht so wirklich viel in dem Kuchen gewesen sein (Streusel lassen grüßen!). Mit einer heißen Schokolade und dem Stück Kuchen saßen wir also in der Sonne - und holten uns sogar einen kleinen Sonnenbrand... Irgendwann mussten wir aber doch den Rückweg antreten und entschlossen uns diesmal für den direkten Weg über die Strandpromenade. Und da fiel mir wieder auf, dass diese Nordlichter irgendwie was Schilder angeht, doch eine gewisse Portion an Humor haben:
Eigentlich fand ich nur den oberen Teil des Schildes spannend, denn ein ähnliches hatte ich in Hamburg Blankenese auch gesehen. Der untere Teil fiel mir erst richtig auf, als ich das Foto am PC anschaute (deswegen ist der Text da auch nur so halb drauf). Diese Info scheint aber auch an vielen anderen Leuten vorbeigegangen zu sein, denn freilaufende Hunde waren doch eher an der Tagesordnung. Mich persönlich stört das gar nicht, aber es ist sehr lustig, wie schnell so ein kleiner Yorkshireterrier zu einer fiesen Stolperfalle wird, wenn er einfach nicht hören will und lieber auf der anderen Gehwegseite vor sich hin stolziert.

Alles in allem hat sich der Ausflug wirklich gelohnt - der Ostseestrand hat mich mit teilweise wirklich superfeinem Sand begeistert. Die Befürchtungen sind nur, dass in der Hauptsaison auch noch alles überfüllt sein wird und es so gar nicht mehr den ein wenig verträumten Flair hat, der sich noch vor ein paar Wochen dort breit gemacht hat. Mal sehen, vielleicht gehts demnächst mal zum Beachvolleyball nach Grömitz, ein paar Felder sind zumindest dafür vorgesehen...

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