Donnerstag, 28. April 2011

Das Reißverschlussprinzip...

... oder auch: wie man Leute NICHT auf die richtige Spur lässt...

Ich habe in der letzten Woche gute 1200 km auf Deutschlands Autobahnen zugebracht. Insgesamt war ich wohl knapp 15,5 Stunden unterwegs - normalerweise wären es nur 12 gewesen. Wenn da nicht mein Freund und Helfer der Stau in Aktion gewesen wäre. Gut, an Gründonnerstag wars nicht wirklich erstaunlich - zwar ärgerlich und nervig, aber da war ich drauf gefasst. Dass ich allerdings gestern gute zwei Stunden fast auf der Stelle stand (ja, nur fast - das war das ätzende), hat dazu geführt, dass ich gegen 17 Uhr in meiner Wohnung ankam und einfach komplett bedient war.

Stau an sich ist ja gar nicht so schlimm - wenn er einen Grund hat und man wirklich steht. Hatten wir gestern auch, sind dann sogar noch an den Herren vorbeigekommen, die die Abstände der bunten Markierungen auf der Straße abgemessen haben - da hats wohl gekracht. Was ich wirklich nervig finde sind diese künstlich produzierten Staus, die darauf beruhen, dass ein Großteil der Autofahrer nicht zum Einfädeln nach dem Reißverschlussprinzip in der Lage ist.
So schaut - in etwa so ein Reißverschluss aus. Schön greift ein Zähnchen ins andere. Immer abwechselnd. Wieso sind dann bitte Spuren schon beim ersten Schild (auf dem dann steht "Spur endet in 800m") leer? Ich weiß es - weil man am Ende der 800m, wenn man auf die befahrene Spur wechseln will, nicht reingelassen wird. Ich stand da also vor so einem netten, blauen, runden Schild mit einem dicken, weißen Pfeil nach links und freundete mich so langsam mit den Pylonen und Markierungen an, die die kommende Baustelle kennzeichneten.

Und an mir schlichen links (ja, sie schlichen, weil zähfließender Verkehr nahe Schritttempo) zahlreiche Autos vorbei, die sich auch nicht davon ablenken ließen, dass ich mit meinem kleinen Autolein nach links eingeschlagen hatte und sich hinter mir sogar einige mutige Mit-Wahnsinnige angestellt hatten. In einem wilden Blinkkonzert standen wir also da und blinkten mit den Warnblinkern der Baustelle um die Wette. Irgendwann erbarmte sich dann mal einer und ließ mich rein. Als die Verengung wegen der Baustelle dann zu Ende war, düste ich mit gemütlichen 110 kmh an den ganzen Deppen vorbei, die mich nicht reingelassen hatten - herzlichen Glückwunsch, ihr wart ganze 45 Sekunden vor mir am Ende der Baustelle!

Warum gabs da diese Temporeduktion um gute 80 Stundenkilometer? Weil man unbedingt die rechte Spur, die irgendwann auslief, frei halten musste. Ich hasse sowas. Und ich gebe offen und ehrlich zu - ich verstehe nicht, wieso das passiert; aber das mag daran liegen, dass ich eine eher defensive Fahrerin bin. Außerdem habe ich festgestellt (mit bissl Nachdenken funktioniert das sehr gut), dass "Zwischenrasen" auf freien Strecken (die es kaum noch gibt) nur zu einem nicht-signifikanten Zeitvorteil führt, da man sowieso ständig irgendwo ausgebremst wird. Mal von den negativen Auswirkungen für den Blutdruck abgesehen und von der Tatsache, dass mein Auto nicht zum Rasen taugt...

Aber genug gemeckert - ich hab zu Hause ordentlich Fotos geknipst und werde demnächst über zahlloses Essen berichten! Futterneid nicht ausgeschlossen *hust*

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